Ich bekenne, ich habe das Buch “Das erfundene Mittelalter” von Heribert Illig gelesen.
Illig ist bei den etablierten Mediävisten verschrien und belächelt…
Worum geht’s in dem Buch?
Heribert Illig setzt die These in die Welt, dass man ca. 300 Jahre mittelalterlicher Geschichte streichen muss. Und zwar konkret die Jahre 627 bis 911. Alles was es über diese Jahre gibt, ist Fälschung, Interpretation, Vermutung.
Karl der Große hat nicht gelebt, er ist eine Fiktion, seine Vita setzt sich aus Fälschungen aus dem 11. und 12. Jahrundert zusammen, alle späteren Beschreibungen stützen sich darauf. Die “etablierten” Wissenschaftler sind den Fälschern auf den Leim gegangen.
In seinem Buch belegt er seine These gewissenhaft und detailreich. Z.B. weist er nach: Der Aachener Dom konnte gar nicht zu Karls Lebzeiten gebaut worden sein, die Technolgie, um solch ein Bauwerk zu erstellen, gab es zu dieser Zeit noch nicht.. Wenn jemand diesen Dom im 8.Jahrhunudert gebaut hätte, dann wäre es unerklärlich, dass man 200 Jahre lang kein andres Bauwerk in ähnlicher Form, mit solcher Technologie gebaut hätte.
Gefälschte Dokumente sind natürlich auch den etablierten Mediävisten aufgefallen und etliche auch als solche anerkannt. Man ist sich darüber einig, dass gefälscht wurde. Nur wie viel und was - hier versucht Illig nachzuweisen, was alles als Fälschung angesehen werden muss, wer dahinter stecken könnte und warum… -
Illig führt viele weitere Leistungen Karls ad absurdum und weist den Dingen ihre richtige Zeit im 10. bis 13. Jahrhundert zu. Seine These ist für meine Begriffe schlüssig.
Aber ich will hier weder eine Rezension dieses Buches vorlegen, noch liegt mir daran zu wiederholen, was Illig geschrieben hat.
Ein Hauptvorwurf Illigs an die etablierte Mediävistik besteht darin, dass man sich über Jahrhunderte allein auf die Auswertung von Schriften und Dokumenten aus dem Mittelalter beschränkt hatte und die Archäologie nur dann zu Rate gezogen hat, wenn man eine These beweisen wollte. Hier sei das Phänomen eingetreten, dass man nur das findet, was man sucht, bzw. dass man das, was man findet, so interpretiert, dass es der Fragestellung genügt…

Spannender als die Frage, hat Illig recht und muss man dreihundert Jahre streichen oder nicht, ist für mich allerdings die Frage, was ist “echte Geschichte” und was ist interpretierte Geschichte.
Eigentlich bleibt uns ja nichts weiter übrig, als zu glauben was uns erzählt wird. Wir können ja kaum überprüfen… Und das betrifft genauso auch unsere gegenwärtigen Nachrichten. Ich kann das ja beobachten, wie unterschiedlich verschiedene Nachrichtenagenturen über ein Ereignis berichten. Ganz nach Interesse der Berichterstatter oder deren Auftraggeber. “Zieh los und berichte über den Berlin Marathon und weise nach, das Sport Mord ist” - dann geht der Journalist los und findet lauter Beweise für den Wahnsinn eines solchen Laufes. Er wird total erschöpfte Menschen fotografieren und diejenigen interviewen, die aufgeben oder sich sogar in ärztliche Behandlung begeben mußten. Dann würde sein Bericht ein Bild von Selbstüberschätzung und Versagen zeichnen. Hätte sein Auftraggeber ihn losgeschickt, darüber zu berichten, dass selbst ältere Menschen zu solchen Leistungen fähig sein können, hätte er ganz andre Motive fotografiert und sein Artikel könnte von Heldentum und Willenstärke handeln. Beide Berichte wären “wahr”. Aber wahr ist noch viel mehr: was ein Teilnehmer erlebt in den 3…4…5 Stunden seines Laufes, wie er nach einer bestimmten Zeit - vielleicht nach etwa 20 Kilometern abschaltet und um sich herum kaum noch etwas wahrnimmt und immer mehr nur noch mechanisch läuft. Nach dem Lauf erzählen seine Frau und die Freunde ihm, dass sie ihm - vielleicht beim Kilometer 25 oder 40 - zugerufen, ihn angefeuert hätten… er hat zwar zurückgelächelt aber er weiß es nicht mehr! Er war nur noch Läufer, sein Körper hat ihn nur noch laufen lassen, alles was nicht notwendig zum Laufen war, hat sich automatsch abgeschaltet bei ihm. Man muss ihm erzählen, was alles rund herum an Volksbelustigung stattfand für die Zuschauer am Rande der Strecke… er hat es - spätestens nach Kilometer 20 - nicht mehr mitbekommen. Man könnte Geschichten darüber erfinden, er müßte sie glauben oder nicht. -
Und hier kommt ein Zusammenhang zu Heribert Illigs Buch: Die dreihundert “erfundenen” Jahre sind wie ein Filmriss in der Geschichte. Die wenigen Anhaltspunkten, die man findet oder die Ereignisse, die einem die “Freunde am Wegrand” einreden wollen, aus Spaß oder aus Machtinteresse, können wir glauben und ernst nehmen und uns die ausgeblendete Zeit “schönreden”. Wir können daraus Schlussfolgerungen ziehen, damit es eine runde Sache wird, damit die Zeit von der wir keine Ahnung haben, “anschaulich” wird. -

Hihi, auch wenn ich nach nem Konzert die berüchtigte Milleniumschorle getrunken hatte, hatte ich einen Flimriss. Das, was ich angeblich - laut der Geschichten meiner Kollegen am nächsten Morgen - in der Zeit gemacht, gesagt und getan haben soll, kann ich zusammenbasteln zu einer “wahren” Geschichte und wenn alles wahr sein soll, dann muss ich mitunter auch die Zeit dehnen, die ich angeblich noch agiert haben soll in meinem Alkoholwahn - bevor ich dann irgendwann ins Bett gefallen sein muss…
Und irgendwann sind diese Geschichten wirklich mein Leben geworden. Ich erzähle sie selbst weiter - als Anekdoten aus meinem Leben…

[Rezept “Milleniumschorle”:
3 Teile Champagner / 1 Teil Grappa
“Weicheier” können auch im Verhältnis 4:1 mischen.
Wir - d.h. insbesondere Jagbird und ich auf der Tour im Dezember 1999… daher auch der Name… - hatten dazu kostengünstig bei ALDI eingekauft: 2 Fl. (2×0,75 l =1,5 l) Champagner je 20,-DM / Grappa (0,5 l Flasche) um die 10,- DM - für 50 DM konnte man einige Filmrisse produzieren ;-) - naja es kam drauf an, wieviele weitere Kollegen sich daran beteiligt haben… allerdings zogen die Kollegen nach und nach doch lieber “schnödes Bier” vor… ;-) - sind halt keine Genießer :-D ]

I admit: I read the book “Das erfundene Mittelalter” (= “The fictitious Middle Ages”) by Heribert Illig.
Illig is ill-reputed by mainstream medievalists and they sneer at him…
What is the book about?
Heribert Illig tells the world that about 300 years of medieval history has to be deleted. And he`s talking about the years 627 till 911 in particular. Anything you know about these years is fake, interpretation, speculation.
Karl der Große (= Charlemagne) hasn`t been alive, he`s fiction, his vita was made out of forgeries of the 11th and 12th century. The latest memorandas corroborate it . The “established” scientists felt for the fakers tricks.
In his book, he underlined his point conscientiously and full of details. E.g. he proved: the cathedral of Aachen couldn`t be build in Charlemagnes lifetime. They hadn`t had the technology to construct such a building at that time… If someone built this cathedral in the 8th century it would be unexplainable that no other building had been built of the same structure with such a technology for 200 years.
Of course, the established medievalists also noticed the faked documents and a lot of them were recognized as such. They all agree that it is forgery. But how much and what - at that point Illig tries to prove what has to be seen as forgery who could be behind it and why… -
Illig reduced a lot more accomplishments of Charlemagne to absurdity and assigned their right era in the 10th and 13th century. In my opinion, his thesis is logical.
But I neither want to write a recension of this book nor a recap what Illig wrote.
Illigs main reproach to the mainstream mediavalists is that it was just based on scripts and documents from the Middle Ages over the centuries and archeologists were only asked for help when a thesis had to be proved. This is the phenomenon that one only finds what one seeks or rather what was found is interpreted the way that it is enough for the questioning…

For me, the question what`s “real history” and what`s interpreted history is far more exciting than the question if Illig is right and if 300 years should be deleted or not.
Actually we have no choice but to believe what people tell us. We barely can check it… And it also affects our todays news. I can watch it how different several news agencies report about one event. Depending on the interests of the reporters or their bosses. “Go and report about the Berlin marathon and prove the “Sport ist Mord” theory (= it means something like that you`re exhausting yourself while doing sports) - the journalist goes ahead and looks for proofs of the insanity of such a run. He will photograph completely exhausted people and does interviews with the ones who had to give up or even needed medical treatment. His report would show a picture of exaggerated opinion of oneself and failure. If his boss would send him to report about the fact that even older people are capable of such efforts he would photograph completely different motives and his report could be about heroism and willpower. Both reports would be “true”. But a lot more is true: what a participant experiences in the 3…4…5 hours of his run, how he just passivates after a certain period of time - maybe after about 20km - and barely perceives what happens around him and runs more and more automatically. After the run his wife and friends tell him that they - maybe at km 25 or 40 - shout to him and cheered… he smiled back but he can`t remember it! He was just a runner, his body let him run, anything that wasn`t necessary to run passivates automatically. One has to tell him what kind of event it was for the spectators on the margin of the way… he didn`t - after 20km at the latest - notice it anymore. You could make up stories about it, he would have to believe it or not.-
And here`s the connecting point to Heribert Illigs book: The 300 “fictitious” years are like a mental blank in history. The few clues you can find of the events that “friends from the wayside” reason you into them cause of fun or interests of power - we can believe it or take it seriously and put a gloss on the fade-out time. We can make a conclusion out of it so that it`s gonna be a plain sailing so that the time we have no idea of will be concrete.

Hehe, when I drank the famous “Millenniumsschorle” (= “millennium spritzer”) after a concert I had a mental blackout as well. That what I allegedly did and said in that period of time - according to stories of my colleagues the next morning - I can put it together to a “true” story and if everything that is said to be true one also has to stretch the time I allegedly still acted in my alcoholic madness - before I collapsed into bed sometime…
And at some point these stories really became my life. I also retell them - as anecdotes of my life…

[”millennium spritzer” recipe:
3 parts champagne/ 1 part Grappa
“Sissys” can also mix in the relation 4:1.
We - that means especially Jagbird and me while touring with Corvus Corax in December 1999… that`s also why we call it like that… - bought some inexpensive stuff at ALDI (=supermarket in Germany):
2 bottles (2×0,75l = 1,5l) champagne for 20,- DM per bottle / 1 bottle of Grappa (0,5l) for 10,- DM - for 50,- DM you could cause some mental blanks ;o) - well, it depends how many other colleagues joined it… however, one after another of the colleagues got rather back to their “boring beer” ;-) - well, they ain`t no epicures :-) ]

[thanks Didi for translation]

[English translation below]

Es gibt einen berühmten Auspruch auf’s Lesen bezogen: Es kommt nicht darauf an, wieviele Bücher man gelesen hat, sondern darauf: welche Bücher man wie oft gelesen hat!
Man kann dieses Zitat meiner Meinung nach auch auf den “Musikverbrauch” übertragen.

Und noch etwas weiter möchte ich gehen: Es kommt auch darauf an, welche Musik man in welcher Situation hört oder gehört hat.

Als ich etwa Mitte 20 war, hatte ich eine Phase, in der ich Händels “Messias” bestimmt 100 mal in einem Sommer gehört hatte. Später war es Mozarts “Requiem”, dass ich in verschiedenen Aufnahmen immer wieder hörte. Auf Nicholas Lens’ “Orrori dell’Amore” bin ich 1998 gestoßen - Wir waren auf Tour mit Tanzwut und in Glauchau besuchte ich Max von Gluchowe, den “mittelalterlichen Narrenkollegen”, zuhaus, der hatte damals eine Wohnung im Schloss… und dort lief bei unserer Unterhaltung im Hintergrund diese CD von Nicholas Lens. Beim Lied “Was hast du mit meinem Herzen getan” wurde ich unweigerlich gefesselt… Das fand ich unerhört! Einen solchen Satz, den man ja auch als Vorwurf hören kann, mit einer solchen Melodie… Das ist doch der Gipfel! -
[diesen Titel hören auf meiner Myspace Seite]

Oder Gustav Mahler: Im Musikgeschichtsunterricht während meiner Ausbildung zum “Instrumentallehrer im Nebenberuf” fand ich Mahler interessant - so ganz theoretisch. Der Dozent hatte mich mit seiner großen Begeisterung für Mahler immerhin dahin geführt, dass der Name Gutav Mahler in meinem Kopf mit “großer Musik” verbunden blieb. Wirklich in mein Leben hinein kam Mahlers Musik 1991 - also etwa 12 Jahre nach der grad erwähnten Musikgeschichtslektion und nach verschiedenen Anläufen einen Zugang zu Mahler zu finden. Wir waren mit Corvus Corax in Japan waren für 11 Wochen… Da kam ein klein wenig Heimweh bei mir auf. Die japanische Kultur und Lebensweise ist schon sehr verschieden von unserer Mitteleuropäischen - das war ein kleiner Kulturschock zumal zwei Jahre nach dem Zusammenbruch der DDR… - Das Heimweh ging nicht nach Hause, nach Berlin sondern nach Europa, nach der Europäischen Kultur. Und da ich mir in Japan einen schicken kleinen HighEnd-Walkman gekauft hatte, brauchte ich auch Musik dafür. In den japanischen Läden gab es zu der Zeit (noch?) alles was auf CD oder Schallplatte herausgekommen war auch auf Kassette. Das war gut so… Und in der Klassikabteilung stieß ich auf Gustav Mahler, und ich dachte, probierst du es mal wieder… - dann ging ich - skurrile Situation - mit seiner ersten Symphonie im Ohrstöpsel durch die japanischen Großstadtstraßen, lernte - wie es der Zufall will - einen Klassik-besessenen japanischen Cafè-Betreiber kennen, der den umwerfenden Film “Mahler” von Ken Russel auf einer Filmschallplatte hatte (die waren in Japan damals grade im Kommen…Filme auf Vinyl!?) und diesen Film in seinem Cafè vorführte. Seitdem ist Gustav Mahler fester Bestandteil in meinem Leben… -

Es waren die “richtigen Augenblicke” in denen ich diese Musiken kennengelernt oder für mich entdeckt hatte. Und es sind immer kleine Schlüsselerlebnisse, die mich zu einer bestimmten Musik geführet haben.

Das könnte auch eine Erklärung sein, wieso manch einer ein eingefleischter Fan einer bestimmten Band werden kann. Zumindest spielen solcher Art Erlebnisse ein wichtige Rolle dabei.

There is a famous saying about reading: It doesn`t matter how many books you read. What matters is how often you read which books! In my opinion you can also relate this quotation to “music usage”.

And I like to go further: It also depends which music you are or were listening to in which situation.

When I was around my mid 20ies I had a phase in which I listened to Händels “Messias” probably 100 times in one summer. Later on, it was Mozarts “Requiem” that I was listening to as different recordings again and again. In 1998, “Orrori dell`Amore” by Nicholas Lens came across my way - We were on tour as Tanzwut and in Glauchau, I visited Max von Gluchowe, the “medieval jesters colleagues”. Back then, he lived in an apartment of the castle… and while talking the cd by Nicholas Lens was playing in the background. I was inevitably mesmerized by the song “Was hast du mit meinem Herzen getan” (= “What did you do with my heart”)… That was outrageous! Such a phrase that you can also understand as a reproach with such a melody… That just takes the biscuit! -
[listen this song at my Myspace page]

Or Gustav Mahler: In my music history lessons during my training of being a “instrumental music teacher in secondary occupation” I thought Mahler was interesting - theoretically. The lecturer with his enthusiasm for Mahler got me that far that I kept the name Gustav Mahler in my mind in connection with “great music”. Mahlers music came really into my life in 1991 - around 12 years after the just mentioned music history lesson and after different tries to find a connection to Mahler. We were on tour as Corvus Corax in Japan for 11 weeks… I got a little bit homesick. The Japanese culture and way of life is very different from our Middle European one - that was a little cultural shock because it was also 2 years after the breakdown of the GDR… - The homesickness was less my home, to Berlin but rather to Europe, to European culture. And because I bought a nifty small HighEnd walkman, I needed some music for it. At that time everything you got on cd or vinyls you also got on cassette. That was a good thing… And in the classical music section I found Gustav Mahler cassettes and I thought, well, try it again… - and after that I went - bizarre situation - through Japanese city streets listening to his first symphony and got to know - as chance would have it - a classical music obsessed Japanese cafe owner who had the awesome movie “Mahler” by Ken Russel on a movie vinyl (these were about to get modern in Japan at that time… movies on vinyl!?). And he showed this movie in his cafe. Since then, Gustac Mahler is a permanent feature in my life… -

It were the “right moments” in which I got to know or discovered for myself these musics. And it were always little “key experiences” which lead me to a special music.

It could also be an explanation why some people can become such enthusiastic fans of a special band. At least, such experiences play an important role.
[Thank Didi for translation]

[English translation below]

Machmal kommen mir komische Gedanken:
Immer mehr Menschen sitzen lange Zeit am Computer und surfen im Internet, machen ihre Einkäufe dort, spielen, bilden sich und was auch immer. Dagegen ist ja im Grunde nichts einzuwenden….
Aber wenn man soviel Zeit sitzend vor dem Monitor verbringt, wird man immer fauler.
Ergo man setzt Bauchspeck an und wird immer dicker - und schwerer. Und weil es immer mehr Leute sind, die vor ihrem Computer schwerer werden, wird auch die ganze Erde schwerer und es besteht die Gefahr, dass sich durch das größere Gewicht der Erde ihre Umlaufbahn vergrößert. - Also auch die Entfernung zur Sonne. Was unweigerlich zu einer Abkühlung führen wird… Das ist die computergestützte Neue Eiszeit
;-)

Sometimes I got some strange thoughts:
More and more people sit in front of the computer for a long time and surf the internet, go shopping, play games, study, and whatever… Actually there is nothing to say against it…
But if you sit in front of a screen for a long period of time, you`re getting lazier.
As a result, you get love handles and get bigger - and heavier. And because more and more people get heavier in front of their computer, the whole world gets heavier and danger threatens that because of more weight of the earth, its orbit enlarges. - Consequently, also the distance to the sun. What inevitably will lead to a cooling down…
That`s the computer supported New Ice Age.
[Thanks Didi for Translation]

[English translation below]

Von A bis Z - Ananas bis Zwetschge

Obst ist gesund. Das ist wohl so.
Aber die Birnen sind mein liebstes Obst.

Ananas mag ich frisch am liebsten. Ich hab einen super Ananasschneider, so ist das Zerteilen der Ananas ein Kinderspiel… - Die Zwetschgen mag ich am liebsten als Pflumenkuchen in der bayerischen Form: Zwetschgendatschi. [Da bin ich ja gespannt, ob es ein englisches Equivalent für dieses Wort gibt ;-) ]

Augsburger Zwetschgendatschi - komplett Augsburger Zwetschgendatschi Augsburger Zwetschgendatschi (Pic II)

(Abb.: Augsburger Zwetschgendatschi)

Die Birne:
Eine Birne lag einige Tage im Osbtkorb auf dem Fensterbrett meiner Küche. Jetzt hab ich mich ihrer “erbarmt”… - ich hab sie geachtelt, vom Kerngehäuse befreit, auf einen Teller gelegt… - und hab sie nun vor mir - auf dem Balkon im Nachwind…
…sie ist mehlig, beinahe trocken, man kann sie mit der Zunge am Gaumen zerdrücken. Man kann spüren, wo die meisten Aromen sitzen. In der Mitte - da wo das Kerngehäuse ansetzen würde, ist nur wenig davon. Zum Rand hin kommt immer mehr Aroma dazu. Erst Süße, dann fast unter Schale kommt noch Restsäure dazu.

Mir kommen Erinnerungen an die Kindheit: der große Pfarrgarten, der nicht gerade fachmännisch aber liebevoll gepflegt wurde, wo die sonnenreifen Birnen ins Gras fielen, dort noch weiter reiften, fast schon dem Verfaulen nah, immer mehr Süße hervorbrachten. Wir Kinder teilten uns die Birnen mit den Wespen. Es gab auch verschiedene Apfelbäume, Stachelbeersträucher, Himbeeren, Kirschen im Garten - aber diese kleinen Birnen, die eine Kinderhand spielend umfassen konnte, die das volle Aroma einer großen Frucht in einem kleinen Korpus konzentrierten… die waren es, an die ich mich jetzt erinnere.

Deja vu’s wie diese sind großartig, sie machen mein Leben voll. Ich hab dann ein Gefühl als hätte alles einen Sinn, einen Zusammenhang in mir. “Kleinigkeiten” wie der Geschmack einer Birne werden zu Erlebnissen, an die sich Wesentliches im eigentlichen Wortsinn ketten. Wesentlich = etwas was mein Wesen/mich ausmacht.
Die Kindheit unter der Schale einer reifen Birne…
Ach, das ist einfach schön!

Ehe die Birnen in diesem Sommer abgeerntet sind noch einen Tipp:
Birnenspalten - in Achtel geteilte vollreife Birnen, vom Kerngehäse befreit - mit einer Messerspitze Rocheford-Käse.
Großartig!

Fruits are healthy. That`s probably just the way it is.
But pears are my favorite fruits.Pineapples are best when they`re fresh. I`ve got a great pineapple cutter so that cutting pineapples is a piece of cake… - I love plums as plum tarts in the Bavarian way: “Zwetschgendatschi” (= it`s the Bavarian name for it and it`s kinda like a plum pie)

The pear:
For a couple of days a pear was in a fruit basket on the windowsill of my kitchen. Now I give “mercy” to it… - I cut it in eight pieces, cut out the core, and put it on a plate… - and now I`ve got it in front of me - on the balcony in the wind of the night…
… it tastes mealy, almost dry, you can press it with the tongue against the palate. You can taste where most flavor is. In the middle - where actually the core is, is less of it. And if you go from there to the outside, there is more and more flavor. First sweetness and then, almost under the rind, there is also “rest acid”.

It reminds me of my childhood: the big pastors garden - that was cared for not very professional but with love - where sun riped pears fell off the trees, and ripened more almost rotten in the grass, and got more and more sweetness. Us kids shared the pears with the wasps. The garden had also different apple trees, gooseberry bushes, raspberries, cherries - but these small pears that fit easily in a kids hand, these pears that had the full flavor of a big fruit in a small corpus… that are the ones I`m thinking of right now.

Those déjà vus are great. They complete my life. And then I`ve got a feeling that everything makes sense, a connection in me.
“Little things” like the taste of a pear become experiences to which essential connected to the real meaning of the word. Essential = something that is my essence/ my being.
The childhood under the rind of a ripen pear…
Oh, that`s just wonderful!

Before the pears of this summer are harvested, another tip:
Pears - completely ripened pears cut in eight pieces without core - and a knife point of Rocheford cheese.
Tasty!

[Thanks Didi for Translation]

[English translation below]

Der Himmel – dunkelblau, fast schwarz.
Mein Monitor leuchtet.
Die Luft – warm, erträglich endlich…
Straßengeräusche von fern…
Es gibt keine Stille.

Ein merkwürdiges Gemisch aus Gesprächen vom Balkon auf der andern Seite des Hofes, ein permanenter Rauschpegel von der Hauptstraße und von fern eine Eisenbahn … - gelegentliches Aufheulen eines Motors an der Ampel an der Ecke beim Anfahren eines Motorrades, die Sirene eines Krankenwagens, ein Kind schreit, jemand hat den Fernseher laut, Fenster schlagen zu…

Es gibt Momente – oder auch Tage, wo der Straßenlärm die Stille in mir nicht stört. In solchen Augenblicken hab ich sogar ein Liebesverhältnis zu diesem Lärm. Ich bin dann mittendrin. Ich gehöre dazu, ich lausche und versuche einen Rhythmus zu erkennen oder diesen Klängen unterzulegen in meinem Kopf. – O.k. ein „Lied“ hab ich auf diese Weise noch nicht zu hören bekommen. Vielleicht kann ich es eines Tages, diese ungeordneten Geräusche in meinem Kopf zu organisieren. Physikalisch gesehen ist Musik ja „organisierter Krach“. Schallwellen, die in einem geordneten Verhältnis zu einander stehen, in Beziehungen zu einander gesetzt worden sind – von einem Komponisten oder auch von einem Computerprogramm.

Wenn die Geräusche nicht mehr zufällig miteinander klingen, ist es Musik.

Es ist ein individueller Punkt, den jeder für sich festlegt, ab wann man in oben genannten Sinn Geräusche als Musik empfindet.
Eine Frage beschäftigt mich als Musiker: wann ist der Punkt erreicht, an dem man einen Konsens gefunden hat, auf den sich viele Zuhörer einigen?

Ich habe in meiner Jugend oft Freejazz Konzerte besucht. Hier ist die Frage nach einem solchen Konsens auf dem Scheitelpunkt. Nicht jedem ist es möglich, die „Organisation“ dieses Krachs zu erkennen, oder einen Zusammenhang zwischen den Aktionen der Freejazz-Musiker herzustellen. Es ist immer Sache des Zuhörers(!) diesen Zusammenhang herzustellen. Der Musiker bietet nur an! Was der Hörer damit anfängt, wie er darauf reagiert – bewusst oder unbewusst – ist nicht mehr die Arbeit des Musikers und liegt nicht in seinem Ermessen.

Das ist meines Erachtens auch in der populären Musik so. Hier ist nur der Konsens groß und die Meinung darüber, dass es Musik ist - also „Wohlklang“ und Harmonie – allgemein. Man hat sich gewissermaßen darauf geeinigt, dass das Musik ist und kein Krach. Ob es einem gefällt, darüber entscheidet der Geschmack.

Ein Musiker, Komponist, Produzent oder alle drei zusammen haben sich vorher geeinigt und festgelegt, welchem „Organisationsmuster“ sie folgen wollen, wie sie die akustischen Schwingungen, die von den Musikinstrumenten hervorgebracht werden, den „Krach“ der da erzeugt wird, in eine Ordnung bringen können. Dass man den – rein physikalisch gesehen – Krach letztendlich als Mittelalterliches Spielmannsstück oder als Schlager oder als Rocksong „erkennt“, ist der in der Kultur gewachsene Konsens, von dem ich oben geschrieben habe.

Und dass letztendlich ich selbst als Hörer zu entscheiden habe, ob mich eine Musik aggressiv oder sentimental, lustig oder ruhig stimmt, ob mich Freejazz nervt oder amüsiert, ob ich bei schwerem Doommetal Selbstmordgedanken hege oder ob ich zulasse, dass mein Herzschlag dabei langsamer wird und ich einfach nur ruhig werde, ob ich beim Adagio der 10. Symphonie von Gustav Mahler das Universum spüre, das alles ist meine Arbeit als Zuhörer.

The sky - dark blue, almost black.
My screen flashes.
The air - warm, passable finally…
Noises of the street from far…
There is no silent period.

A strange mix of talks from the balcony of the other side of the court, a permanent noise level from the main street and far away you can hear a railroad… - now and then goosing a motorcycels engine at the corner`s traffic light, the siren of the ambulance, a child cries, someones TV is turned up high, windows bang…

There are moments - or also days where the street noises don`t bother my calmness. In such moments I even have a love affair to this kind of noise. Then I`m right in the middle of it. I belong to it, I listen and try to figure out the rhythm or to assign these sounds in my head.- Ok. I`ve never heard a “song” that way. One day, I might be able to organize these random sounds in my mind. To see it physically: music is “organized noise”. Sound waves that are standing in an organized relation to each other, connected to each other - by a composer or also by a computer program.

When sounds don`t get together by chance anymore, it`s music.

It`s an individual point that everyone finds for oneself when one thinks that noises are music in the above mentioned sense.
A question that keeps me busy as a musician: When are you getting to the point where you find a consensus that a lot of listeners agree to?

In my youth I often visited Freejazz concerts. Here, the question to such a consensus is at the peak. Not everybody is able to realize the “organization” of this sound or find a connection to the actions of Freejazz musicians. It`s always the onus on the listener to combine it. The musician just offers! What the listener is doing with it, how one deals with it - aware or unconscious - is not the job of the musician anymore and not in his discretion.

In my opinion it`s also like that in the popular music. Only the consensus is that big and the opinion about it that it is music - therefore “melody” and harmony - all in all. It`s quasi just like an agreement that it is music and no noise. If one likes it decides the taste in music.

A musician, composer, producer, or all three together agreed and decided which “organization pattern” they want to follow, how they arrange acoustic vibrations that are created by music instruments, the “noise” that is made by it. That one “identifies” the - in physically terms - noise as medieval minstrels composition or as Schlager music or as a rock song is the cultural growing consensus that I`ve described above.

And that I am the one as a listener who has to decide in the end if music makes me aggressive or sentimental, funny or calm tempered, if freejazz gets on my nerves or amuses me, if I think of suicide when listening to heavy doommetal or if I accept that my heart beats slower and I just get calm, if I feel the universe while listening to the adagio of the 10th symphony by Gustav Mahler. All that is my job as a listener.

[thanks to Didi for translation!]

[English translation below]

Worüber schreibt man, wenn man schreiben will, aber einem kein Thema einfällt?
Darüber, dass es zuweilen gar nicht so einfach ist, die Gedanken auf einen Punkt zu bringen…

Es gibt ja allerhand - sogar vieles, was mir durch den Kopf geht. Nur scheint mir das Universum aus den Fingern zu gleiten. UNIVERSUM = uni (von unus= eins) - versus = nach…/ hin… -wärts gerichtet - oder eben “auf den Punkt gebracht” - so könnte man das auch übersetzen. Und da liegt der “Hund im Pfeffer begraben”… ;-)
Gerade das ist mein Problem im Moment, da mir alles einfällt oder auch nichts, was auf eine “Kuhhaut passt” - oder in einen Beitrag dieses Blogs…

Es geht ja wohl darum beim Schreiben, dass man die Gedanken einfängt, die sich im Kopf anhäufen wie Sand am Meer und dort von Synapse zu Synapse hin und her springen…

Da ist eine Reportage im Fernsehen über China. Wunderbare eigenartige Landschaftsbilder - dazu “Hintergrund”-Musik von Gustav Mahler. Ein Waldarbeiter erzählt, dass er gern im Wald arbeitet, da ist man den ganzen Tag an der frischen Luft… Das kenn ich - das war auch ein Argument für mich, warum mir die Arbeit auf dem Bau gefallen hatte, lange bevor ich anfing, mich mit Musik durchzuschlagen. Kein chinesisches Argument also! Sind wir Menschen also doch offensichtlich eine Gattung, denen überall auf der Welt frische Luft gefällt - und wichtig ist, dass sie einem die schwere Arbeit erträglich macht… Die Arbeit wäre austauschbar, die frische Luft nicht.

Und doch erscheint mir mitunter ein unüberbrückbarer Abgrund zu sein zwischen mir und jemandem - vielleicht meinem Nachbarn - der noch nie z.b. Musik von Gustav Mahler, Arvo Pärt oder Nicholas Lens gehört hat. So einer kann mich nicht verstehen, denke ich…

Wie sieht - oder besser: erlebt jemand einen solchen China-Bericht, der nicht den genialen Film “Mahler” von Ken Russel gesehen hat… Dem nicht gleichzeitig zu den chinesischen Landschaftsbildern die skurilen Szenen dieses surrealen Films im Hinterkopf herumschwirren und die oben erwähnten Synapsen in Schwingung versetzen? Wenn die “Bruder Jacob”-Melodie aus der ersten Sinfonie das Plätschern eines Wasserfalls in einem chinesischen Gebirge “untermahlert” und gleichzeitig hat man die Leichenzug-Szene aus dem Film im Kopf…

DAS GEHT DOCH WIRKLICH NICHT AUF EINE KUHHAUT

:-)

About what could you possibly write if you wanna write something but can`t think of a topic? You could write about that. That it`s often not that easy to bring your thoughts to one point…

There are all kinds of things - actually a lot of things that come to my head. But the universe seems to slide through my fingers.UNIVERSE = uni (from unus = one) -verse = to…/towards/ direct to… - or “brought to the point” - you can also translate it like that. And that`s “the crux of the matter”… ;o)
Exactly that is my problem at the moment cause either I think of everything or nothing at all what “beggars description” - or on a comment of this blog…

Writing is about catching thoughts that accumulate in your mind like sand at the ocean and there it jumps back and forth from synapse to synapse…

There is a report about China on TV. Wonderful unique landscape pictures - and “background” music by Gustav Mahler. A lumberjack talks about how he loves to work in the forrest, you`re breathing fresh air all day long… I`m familiar with that - that was also an argument for me why I liked working as a construction worker long before I started to struggle along as a musician. No Chinese argument so! We humans are obviously one species that likes fresh air all over the world - and the important fact is that it makes the hard work bearable… Work would be exchangeable but fresh air is not.

And still it seems to me like an unsurmountable deep between me and someone - maybe my neighbor - who has never heard of music by Gustav Mahler, Arvo Pärt or Nicholas Lens, for instance. Someone like that can`t understand me, I guess…

How sees - or better: experiences someone such a report of China who hasn`t seen the awesome movie “Mahler” by Ken Russel… Whom doesn`t come the Chinese landscape pictures and the absurd sceneds of this surreal movie together into his mind at the same time and put the vibration in to the above mentioned synapse? The burble of a waterfall in a Chinese mountain chain gets “undermahlerd” by the “Bruder Jacob” melody of the first symphony and at the same time you have the funeral procession scene in your head…

IT REALLY BEGGARS DESCRIPTION

:-)

[Thanks Didi for translation]

[English translation below]

Als wir gleich nach dem Mauerfall loszogen, um die “Welt” auf uns mit Straßenmusik aufmerksam zu machen, hatten wir die Idee, die Rheinischen Frohnaturen mit Dudelsack und Trommeln zu beglücken… Das ist gründlich schiefgelaufen! Den landläufigen Rheinländer konnten wir in seiner alljährlichen Hoch-Zeit nicht mit mittelalterlichen Kostümen und Schalmeienklängen beeindrucken. Das “Pferd auf dem Flur” ist nicht dudelsackkompatibel und so konnten wir froh sein, dass wir nicht vor die Türen der Kneipen geworfen wurden… - und zwischen den knallbunten Pappnasen wirkten unsere damaligen Mittelalterkostüme vergleichsweise farblos.Berlin hat keinen solchen Karneval, auch gibt es keine Feiertage - die hier ansässigen Rheinischen Frohnaturen, die nicht nach hause fahren können, müssen sich an einigen “heimlichen” Orten treffen und dort ihre fünfte Jahreszeit entsprechend bescheidener feiern. Den Berliner ansich bringt man nicht so leicht in “Karnewallungen” [das Wort hab ich im Berliner Inforadio aufgeschnappt!]. Man kann hier getrost am heutigen Weiberfastnachtstag mit Schlips und Krawatte durch die Stadt gehen.

Der Karneval ist also nicht mein Fest. Auch wenn der historische Ursprung mein Interesse an Geschichte tangiert, kann ich dieser Art Frohsinn nicht viel abgewinnen.
Zu mir nachhause kommt auf alle Fälle kein Pferd auf den Flur…!

As we immediately left after the Fall of the Wall to attract the “worlds” attention by going busking, we had the idea to make the cheerful persons from the Rhine happy with bagpipes and drums… That went totally wrong! We couldn`t impress the general Rhinelander in his annual high-time with medieval costumes and shawm sounds. The “Pferd auf dem Flur” [= song; means “horse in the hall”] is bagpipes uncompatible and so we could be glad that we weren`t kicked out of the pubs… - and our former medieval costumes looked quite colorless compared to all those colorful cardboard noses.

Berlin doesn`t have such a carnival. There are also no holidays - the cheerful Rhenish persons who live here and can`t go home, have to meet at a “secret” place and have to celebrate their fifth season comparably modest. It`s not easy to bring the man of Berlin himself in “Karnewallungen” (”Carnivallings”) [I heard that word on a Berlin info radio!]. On todays Thursday before Shrove Tuesday you won`t have any problems to walk through the city with necktie and tie on.

So, Carnival is not my feast. Although the historic origin affects my interest in history, I can`t take much pleasure in this kind of cheerfulness.
In any case, there won`t be a horse in the hall of my home…!

[Thanks Didi for translation]

Corvus Corax wird seinen CANTUS BURANUS am 2. Juni – also am Pfingstfreitag – zur 750 Jahrfeier der Verleihung des Stadtrechts in der Fontanestadt Neuruppin aufführen.

Theodor Fontane – wohl der berühmteste Neuruppiner – ist mir in’s Gehirn gepflanzt worden, als mein Vater immer wieder erwähnte, dass schon Fontane in seinen „Wanderungen duch die Mark Brandenburg“ das schlechte Katzenkopfpflaster in Buckow/Märkische Schweiz, wo ich meine Kind- und frühe Jugendzeit verlebte, beschrieben hatte.
Fontanes Roman „Stine“ ist mir in Erinnerung, besonders weil hier das Alt-Berliner Milleu wunderbar beschrieben ist - an die Handlung kann ich mich nicht mehr im Detail erinnern. Die Gegend um die Invalidenstraße ist mir gut bekannt. Ich fuhr eine Zeit mit der Straßenbahn den Veteranenberg herab dann durch die Invalidenstr. zur Arbeit in die Pathologie in der Chatitè… nach dem Mauerfall war die Invalidenstraße - hier gab’s einen Grenzübergang für Diplomaten - eine der ersten offenen Verbindungen von Ost- nach Westberlin, vom Prenzlauer Berg durch Mitte nach Moabit… und weiter ins Westberliner Zentrum zum Weltmusikladen Canzone (den gibt’s leider nicht mehr) am Savigny Platz oder in die Pariser Str. zu Sound & Drumland, das einem als Paradies für Musiker erschien… - Ernestine Rehbein – die Stine aus Fontanes Buch - hätte heute einige Mühe, sich zurecht zufinden, vieles ist neu gebaut in ihrer Gegend.

Der Wind, der durch Fontanes Buch weht, ist echte „Berliner Luft“. Genauso hab ich in meinen ersten Berliner Jahren die Stadt erlebt, bis in die Mitte der Neunziger Jahre. Die Hinterhaus-“idylle“ hat sich über 100 Jahre gehalten. Man kannte sich im Haus, trank gelegentlich Tee mit den Nachbarn, unterhielt sich zwischen den Mülltonnen auf dem Hof nicht nur über das Wetter…
Man half sich aus mit Zucker oder Salz und gelegentlich borgte ich der Edeltraut Krenz, die über mir wohnte und meine Dudelsackübungen aushalten musste und die nach der Wende arbeitslos geworden war, ein paar Mark. Sie hatte immer ihre Schulden an dem Tag bezahlt, als sie ihr Arbeitslosengeld bekam. Ich hatte einmal am Heiligabend für sie und mich gekocht, da hatte sie von ihren besseren Tagen erzählt, wie sie nach Ungarn gereist war, um Bands aus’m Westen live zusehen… Zwei Jahre darauf hatte sie sich zwischen den Feiertagen totgesoffen…
Die Anteilnahme am Alltag der Nachbarn hat sich etwas verloren mit der weiteren Entwicklung nach der Wende, zum einen hatte man immer mehr mit sich selbst zu tun, zum andern wechselten die Nachbarn immer häufiger. In den billigen unsanierten Wohnungen wollten nur noch Studenten, oder konnten aus finanziellen Gründen nur noch Arbeitslose wohnen, die nach ein paar Jahren wieder auszogen… Einige versuchten die leerstehenden Wohnungen „schwarz“ zu besetzen und flogen nach einer Weile wieder raus. Wer sich’s leisten konnte, wanderte aus oder zog in bessere, komfortablere Wohnungen mit Bad und moderner Heizung. Oder Andre zogen irgendwohin in den Westen… -

Ein andrer weltbekannter Neuruppiner ist Karl Friedrich Schinkel, dessen Gebäude das Stadtbild Berlins prägen. Unter anderem stammt die Alte Nationalgalerie aus seinen Plänen, vor der wir im letzten Sommer den CANTUS BURANUS aufgeführt und aufgenommen haben – die Veröffentlichung der DVD mit diesem Konzert steht kurz bevor…

[ach du je: …schon wieder Schleichwerbung!…]

Möwe in Berlin

ein Reporter fragte
eine Möwe
an der Spree

Willst du nicht lieber
an die See?

da sagt die Möwe: icke?
nee!

[aus “Humbug ist eine Bahnstation” von Walter Petri, Kinderbuchverlag Berlin - DDR 1978]

Corvus Corax will perform their CANTUS BURANUS on June 2nd - it`s Whit friday - to the 750 celebration of the municipal law conference in the Fontane-city Neuruppin.

Theodor Fontane - probably the most famous citizen of Neuruppin - stayed in my mind cause my father mentioned again and again that already Fontane had described the bad “cat block paving” in Buckow/Märkische Schweiz, where I lived in my childhood and early teenage times, in his “Wanderungen durch die Mark Brandenburg”. I remember Fontanes novel “Stine” cause the milieu of Old Berlin is described so wonderful - but I can`t remember details of the story any more. The area around the Invalidenstraße is well-known to me. There was a time where I went by tram down the Veteranenberg passing the Invalidenstraße to work in the pathology in Chatitè… - after the Fall of the Wall the Invalidenstr. (here was a checkpoint for diplomates) was one of the first official connection from East to West Berlin, from the Prenzlauer Berg through Mitte to Moabit…- and it goes on to the Westberlin Centrum to the world music shop Canzone (unfortunately not existing any more) on Savigny Platz or in Pariser Str. to Sound & Drumland that appears as a paradise to musicians… Ernestine Rehbein - the Stine of Fontanes book - would probably have some difficulties in finding her way cause many new things were build in her area. The wind that comes through Fontanes book is real “Berlin air”. I have experienced the city in the same way in my first few years in Berlin, til the middle of the 90s. The “idyll of mews” stayed for over 100 years. In a house they knew each other, drank tea with neighbors now and then, talked not only about the weather between the trash cans on the court. They helped each other with salt and sugar and now and then I borrowed Edeltraut Krenz a few Marks. She lived a floor above me and tolerated my bagpipes practices and was unemployed after the turn. She always paid her debts back on that day she got her unemployment benefit. Once I cooked for her and myself on Christmas Eve. She told me stories about her better days, how she travelled to Hungary to see bands from the West live… Two years later, she drank herself to death between the holidays… The sympathy of the daily life of neighbors got lost a little bit with the development after the turn. On the one hand you had to deal more and more with yourself and on the other hand neighbors changed more often. For financial reasons, only students or unemployed people wanted to live in the cheap unrestored apartments but moved out again after a few years. Some tried to squat the empty apartments and were kicked out again after a while. The ones who could afford it, emigrated or moved to better and more comfortable apartments with bathroom and modern heating system. Or other people moved somewhere to the West…

Another world famous person from Neuruppin is Karl Friedrich Schinkel whose buildings characterize the cityscape of Berlin. Furthermore, the Old National Gallery comes from his plans in front of which we performed and recorded the CANTUS BURANUS last summer - the release date for the dvd with this concert is soon…

[oh man: …and again covert advertising!…]

Seagull in Berlin

A reporter asked a gull at the river Spree

Don`t you wanna
go to the sea?

the gull answered: me?
no!

[from “Humbug ist eine Bahnstation” by Walter Petri, Kinderbuchverlag Berlin - DDR 1978]

Hab heut in einer Buchhandlung die Autobiografie von Johnny Casch gekauft - als Geburtstagsgeschenk für eine Freundin. Ich hatte die Auswahl zwischen der neuesten Biografie von Stephen Miller und der Autobiografie “Cash - Die Autobiographie” Co-Autor Patrick Carr von 1997 (Originalausgabe). Ich hatte mir die Zeit genommen und in beide reingelesen…

Um es vorweg zu schicken: Country Music ist nicht mein Fall. Johnny Cash ist mir erstmals wirklich aufgefallen mit dem Cover vom Nine Inch Nails Song “Hurt” und Depeche Mode Song “Personal Jesus”… meine personal favorites auf dieser CD [Johnny Cash “A Man Comes Around” 2002]. Beides im Original ja auch schon sehr schöne Songs!
Patrick Carr, amerikanischer Musikjournalist, legt Johnny Cash einen im ersten Moment nervenden schnoddrig-amerkanischen Ton in die Feder. Daran gewöhnt man sich schnell, weil das, was Johnny Cash zu erzählen hat, zügig voran geht und nicht an Details hängen bleibt, deren Bedeutung sich möglicherweise erst 100 Seiten später erschließt. Beide Biographien beginnen mit den schottischen Vorfahren. Im Buch von Stephen Miller langweilte mich auf den ersten Seiten schon die Schilderung, wie die Erben der schottischen Güter mit dem berühmten Nachkommen zurechtkommen, ob sie seine Musik mögen oder nicht… ob und wie sie die Verwandtschaft mit dem Weltstar touristisch - also kommerziell - ausbeuten… Die Autobiographie würzt die Ahnentafel mit Anekdoten in Form einer Plauderei bei einer Familienfeier oder bei Cocktail und “Fein-Gespräch” auf der Veranda seines Jamaikanischen Hauses. - Ich hab dann nach den ersten 10 Seiten ins zweite Kapitel geblättert, das “Unterwegs” betitelt ist. Hier konnte ich in seinen Geschichten viel Bekanntes wiederfinden. Er schreibt [Ich hoffe ich verletze kein Urheberrecht, wenn ich ein paar Sätze zitiere]: “Das Leben auf Tour ist so vorhersehbar, so vertraut. Ich bin jetzt schon seit vierzig Jahren unterwegs, und wer wissen möchte, was sich in all dieser Zeit wirklich verändert hat, dem werde ich es gerne sagen. Damals, 1957, gab es noch kein “Extra Crispy”. Abgesehen davon ist alles beim Alten geblieben. […] …es läuft immer auf die selben Fragen raus: “Wo sind wir?” und “Wer hat die ganzen Äpfel gegessen?” und “Was für ein Auftritt ist heute dran?” und “Wie weit ist es bis zum nächsten Joghurteis?”… ” [Zitat Ende - der Vollständigkeit halber: Cash - Die Autobiograpfie, Palmyra Verlag, Heidelberg 1999/2004, Seite 64] Das kenn ich sehr gut. Auch wenn die Frage nach dem Joghurteis bei mir niedrige Priorität hatte, die Frage nach der nächsten Toilette war immer (!) die erste, wenn man aus dem Tourbus gestiegen ist ;-) .

Ob der mittelalterliche Spielmann auch eine solche Kontinuität in seinem Wanderleben empfunden hatte und daraus eine gewisse Sicherheit oder Vertrautheit für sich ableiten konnte, mag dahin gestellt bleiben. Man richtet sich aber durchaus ein in seinem Kopf mit all den Provisorien, die ein Leben “on the road” einem abverlangen.

Ein Umstand scheint mir in diesem Zusammenhang auch bemerkenswert: Ein Musiker auf Tour begegnet fast ausschließlich Leuten mit guter Laune. Diese Leute haben sich zurechtgemacht, sind in Partystimmung, haben Feierabend oder Wochenende. Probleme haben sie eigentlich nur, wenn beim “Balzen” auf der Tanzfläche was schiefgelaufen ist, oder wenn ein vermeintlicher Nebenbuhler die eigene Freundin zu deutlich ansieht… Das fällt einem Spielmann auf. Wenn man nach einem Konzert oder zwischen Auftritten auf einem Mittelaltermarkt mit den Leuten in Gespräch kommt, sind sie relaxt und witzig. Man plaudert und frötzelt herum beim Bier, Wein, Schnaps… Da bastelt sich im Kopf schnell ein heiteres Weltbild zusammen…

Today I bought the autobiography of Johnny Cash in a bookstore - as a birthday present for a friend. I had the choice between the latest biography of Stephen Miller and the autobiography “Cash - The Autobiography”, coauthor Patrick Carr, 1997 (original edition). I took some of my time to read a little in both books… To tell the truth in advance: Country music is not my case. The first time Johnny Cash attracted my attention was actually when he covered the Nine Inch Nails song “Hurt” and the Depeche Mode song “Personal Jesus”… my personal favorites on this cd [Johnny Cash “A Man Comes Around” 2002]. Both also already very nice songs in the original version! Patrick Carr, an American music journalist, adopts Johnny Cash in his flippant American way that is annoying the first few moments. You get used to it quite soon cause the things Johnny Cash has to tell, goes on brisky and don`t get stucked on details which meanings you might get to know 100 pages later on. Both biographies start with Scottish ancestors. The book of Stephen Miller already bored me on the first few pages with the description how heirs of the Scottish manors are getting along with the famous descendant, if they like his music or not… if and how they utilize the relationship to the world celebrity in a touristic way - that means in a commercial way… The autobiography makes the genealogy interesting by using anecdotes in form of chats at family feasts or with cocktails and a “classy conversation” on the porch of his Jamaican house. - After the first 10 pages I`ve turned the pages to the 2nd chapter that has the title “On the road”. There I could find many familiar things in his stories. He writes [I hope I don`t violate copyright if I quote some sentences]: “Life on tour is predictable, so familiar. I`m on the road for over 40 years now and if someone would like to know what has changed in all those years, I`m willing to answer that. At that time, 1957, you couldn`t find “Extra Crispy”. Apart from that, everything stayed the same. […] … and there are always the same questions: “Where are we?” and “Who ate all those apples?” and “What kind of performance is tonight?” and “How far is it to the next yoghurt ice-cream?”…” [end of quotation - for the sake of completeness: Cash - The Autobiography, Palmyra Verlag, Heidelberg 1999/2004, page 64] I know that very well. Even if the question for yoghurt ice-cream has a minor priority to me, to ask for the next bathroom/toilet was always (!) the first question after leaving the tourbus. ;o)

Whether the medieval minstrel also felt such a continuity in his ambulatory life or not, who knows. But there is an arrangement in one`s mind with all needs that a life “on the road” demands.

One fact seems to me quite notably in this combination: A musician on tour meets almost only people in a good mood. These people got ready for the night, are in a party mood, it`s end of a work day or it`s weekend. They actually have only problems if something went wrong on the dancefloor while flirting or if a possible rival looked at the own girlfriend too explicitly… That`s what a minstrels attention attracts. People are relaxed and funny when you talk to them after a concert or between performances on medieval markets. You talk and have fun while drinking beer, wine, schnaps… Quite soon there is a cheerful world picture in one`s mind…

Der Musikkonsum ist mit der Erfindung von Radio… dann Schallplatte, Tonband und CD - also mit der Möglichkeit, Musik ohne Anwesenheit von Musikern darzubieten und zu vervielfältigen, enorm angestiegen. Gehen wir mal zurück ins Mittelalter, also vor 1920 ;-) …in die Zeit also vor der ersten Musikübertragung per Hörfunk in Deutschland aus der Poststation in Königswusterhausen bei Berlin… Bis dahin waren die Möglichkeiten Musik zu “konsumieren” durch die Jahrhunderte ziemlich gleich. “ Seit der Renaissance hatte sich eine Konzertkultur für die begüterten Schichten entwickelt, die mit der Zeit auch erschwinglich für die Bürger wurde, wie man von den Aufführungen der Opera Buffa oder von der Popularität der Opern von Wolfgang Amadeus Mozart weiß. Ein “Otto-Normal-Verbraucher” war bis zur Verbreitung der Volksempfänger vor allem auf die Musikanten in den Kneipen oder auf der Kirmes und aufs Selbermusizieren angewiesen… Allerdings auch nicht zu vergessen die so genannte “Gebrauchsmusik”: zur Liturgie in der Kirche, oder bei feierlichen Aufmärschen von Hofstaat oder Militär… das waren Erlebnisse, die mit Musik verknüpft waren. - Ach je, und es wurde gesungen: bei der Arbeit, unter der Linde, am Lagerfeuer… - Jedoch gab es keine Berieselung in Cafés und Warenhäusern oder auch nebenbei beim Schulaufgabenlösen oder Designen von Webseiten…

[Man stelle sich heutzutage mal vor, dass man ausschließlich auf Live-Musik angewiesen wäre! Bei einem Stromausfall wäre man in einer solchen Situation. Ein paar Stunden lang würden noch die MP3-Player den Musiksüchtigen befriedigen können, bis die Akkus leer sind. Es könnte sein, dass man sich an Tankstellen oder auf Parkplätzen trifft und sich seine Lieblings-CD’s über das Autoradio um die Ohren dröhnen lässt. - Das erste Opfer wäre paradoxer Weise die Volksmusik, mit der wir Deutschen unser Problem haben und die uns in der ursprünglichen Form abhanden gekommen ist, weil wir es nicht vermochten, der deutschen Folklore nach dem Missbrauch durch die Nazis eine Wiedereingliederung ins Alltagsleben angedeihen zu lassen. Das, was heute Volksmusik heißt, fristet ein Leben auf Musikkonserve und auf einigen Radiostationen. - Und dort wo man solche Musik “live” erleben kann, wird sie Playback aufgeführt. Landgasthöfe und Weintavernen, wo noch der Wirt als Amateurmusiker sein Akkordeon hervorholt und echte Volksweisen zum Besten gibt, sind rar.]

Im Mozart-Film von Milos Forman, der unlängst wieder im Fernsehen zu sehen war, ist mir die Szene von der Uraufführung der “Zauberflöte” im Kopf. Da waren die Bürger in “ihrem” Theater und feierten das kuriose Singspiel (!) - übrigens eine Musikform, die bereits im Mittelalter populär war, man findet Texte von Singspielen auch in der mittelalterlichen Liedersammlung “Carmina Burana” -. Die Art der Veranstaltung an sich ist für mich interessant: da sitzen Familien mit schreienden Kindern und Körben voller Essen in der Halle und die Schauspieler, Sänger, Gaukler und Musikanten agieren auf der Bühne, die Reaktionen springen unmittelbar hin und her zwischen Bühne und Auditorium. Das hat Volksfestcharakter. Aus heutiger Sicht wirkt das auf den ersten Blick etwas respektlos “der großen Kunst” gegenüber. (Aber warum? Ist “große Kunst” nur groß, wenn wir sie mit gebührendem Ab- und Anstand erleben dürfen?) Das direkte aufeinander Reagieren von den Künstlern auf der Bühne und dem Publikum ist doch ein wesentlicher Bestandteil der Darstellenden Kunst.

[Achtung: Schleichwerbung!!!]

Übrigens: Der kleine Bonusfilm auf der DVD CANTUS BURANUS, die am 3. März 2006 in den Handel kommen wird, dokumentiert wie die Musik im Kopf entsteht, was für Anstrengungen unternommen wurden, damit sie sich zu einem grandiosen Live-Spektakel entwickeln konnte und wie Musiker und Publikum sich gegenseitig brauchen, dass der dreijährige Prozess in einem abendfüllenden Fest gipfeln und zu einem großartigen Vergnügen für beide Seiten werden konnte.

Music consumption increased enormous with the invention of radio… after that records, audio tapes and cds - let`s say with the possibility of presenting and copying music without the presence of musicians.
Let`s go back to medieval times, before 1920 ;o) … to the time before the first music audio transmission in Germany from the post station in Königswusterhausen near Berlin. Til then the possibilities of “consuming” music remained almost the same across the centuries.
Since the renaissance, a concert culture was developed for wealthy classes which was also affordable for citizens as time goes by, that one knows from the performances of the Opera Buffa or the popularity of operas by Wolfgang Amadeus Mozart. A “Joe Blow” was especially dependent on the musicians in pubs or on funfairs and by making music himself until the spreading of the radio… But don`t forget the so-called “consumer music”: to liturgy in church or celebrated concentration of royal household or military… that were experiences connected with music.
Oh man, and they sang: at work, under limetrees, at campfires… - But there was no irrigation in cafés and stores or while doing homework or designing websites…

[Imagine today that you would be dependent only on live music! If you would have a power cut you would be in such a situation. The mp3-players could satisfy music addicts a few more hours until the batteries are running low. It could be that you will meet at gas stations or on parking lots and listen to your favorite cds on the car radio. - The first obligation paradoxically would be folk music with which we Germans have our problems and which got lost in its origin cause we weren`t in the position to grant the German folklore a reintegration to the daily life after the misuse by the nazis. That, what today is called Volksmusik (= folk music) scrapes a living by canned music and on some radio stations. - And everwhere where you can experience such music “live” is it just playback. Country taverns or wine taverns where the host as amateur musician gets out his accordion and shows real folks sapience at its best, are rare.]

A scene of the premiere of the “Zauberflöte” in the Mozart movie by Milos Forman, which could be seen again on TV not long ago, comes in my mind. There were citizens in “their” theater and celebrated that quainted musical comedy(!) - by the way a form of music that was already popular in medieval times, you can also find lyrics of musical comedies in the medieval song collection “Carmina Burana”. - The kind of event itself is interesting for me: families with crying kids and baskets full of food sit in the hall and actors, singers, jugglers, and musicians act on stage, the reactions directly go back and forth between stage and auditorium. That has a funfair character. From todays view it seems to be a little bit dismissive to the “great art” at first sight. (But why? Is “great art” only great when we`re allowed to experience it with condigning distance and decency?) Isn`t the direct reaction to each other from the artists on stage and the audience an essential part of pictorial arts?

[Attention: Covert Advertising!!!]

By the way: The little bonus movie on the DVD CANTUS BURANUS that will be released on 3rd March 2006, shows how music starts in the head, which efforts were made that it could developed itself to a terrific live spectacle and how musicians and audience need each other so that the 3-years-process could culminate in a full-length festival and could turn out to be a great enjoyment on both sides.

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